Klassik: XL Künstlerinformationen

  • Begonnen und beschlossen wird der Abend vom Berolina Ensemble, das sich 2009 mit der Absicht gegründet hat, weitgehend unbekannte Kompositionen zu entdecken. Eine ihrer funkelndsten Trouvalien ist der gebürtige Siebenbürgener Walter von Bausznern, dessen Werk die Kammermusiker nun schon zum zweiten Album beflügelt hat – prämiert als „Innovative Audio-Produktion“. Aus Bauszerns Quintett für Klavier, Violine, Violincello und Klarinette gewinnt das Berolina Ensemble eine nachgerade Wagnersche Harmonik. Seine Kammergesänge – live mit der Sopranistin Maria Bengtsson performt – lassen feines Gespür für die traditionellen deutschen, französischen und italienischen Einflüsse aufscheinen.

    Mit Volksliedern – isländischen in diesem Fall – trumpft auch der Tenor Benedikt Kirstjánsson auf. Der hat die OPUS KLASSIK-Jury mit einer fulminanten Interpretation der „Johannespassion“ gewonnen („Innovatives Konzert“). Und verbindet beim Live-Auftritt nun den tradierten Sound seiner Heimat kongenial mit den Werken Franz Schuberts. Der weltweit gefragte Leipziger Professor Alexander Schmalcz begleitet Kristjánsson am Klavier auf dieser isländischen Winterreise.
    Der als Ausnahmetalent gefeierte Sänger und sein Pianist bauen die isländisch-österreichischen Brücken zudem noch in anderer Formation aus: mit Tillmann Höfs am Horn mischt sich Volkstümliches mit Schuberts „Auf dem Strom“. Höfs, Jahrgang 1996 und Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs 2017, ist selbst auch OPUS KLASSIK KLASSIK-Preisträger: Im Kammermusik-Duo mit der japanischen Pianistin Akiko Nikami, Absolventin der UdK Berlin, hat er sich auf dem Album „AIR“ in die höchsten Sphären seines Instruments geschwungen, mit Werken von Vignery bis Hindemith. Beim Konzert stellen die beiden das Stück „Villanelle“ des französischen Impressionisten Paul Dukas vor.

    Im Duo treten auch die beiden gebürtigen Kufsteiner Thomas Knapp und Michael Posch auf, die in der Kombination von Klavier und Schlagzeug Musik des 20. Jahrhunderts spielen, zu der sie einen höchst persönlichen Bezug haben: Bei dem österreichischen Komponisten Friedrich Gulda („Klavierstück für Paul Gulda“) war Knapp Privatschüler, mit dem Franzosen Jacques Loussier („Cubzak“) langjährig befreundet.

    Jung, Jazz-affin und spannend ist auch der OPUS KLASSIK-Nachwuchskünstler im Fach Mundharmonika: der 23-jährige Konstantin Reinfeld. Der ist mit seiner Band Mr. Quilento auf den wichtigsten Jazzbühnen der Republik unterwegs. Und bildet zusammen mit dem Pianisten Benjamin Nuss einen Bund der Shootingstars. 2017 haben die beiden begonnen, sich klassisches Repertoire für diatonische Mundharmonika und Klavier zu erschließen. Ein Novum. Und sofort eine Erfolgsgeschichte mit breitem Repertoire. Welcher Kosmos sich da öffnet, das zeigen Reinfeld und Nuss unter anderem mit Béla Bartóks „Rumänischen Volkstänzen“.

    Wie neu schließlich auch das Alte sein kann, das beweist der OPUS KLASSIK für die „Weltersteinspielung“: Das Duo Eveline Trenkner und Sontraud Seidel hat sich Gustav Mahlers 5. Sinfonie vorgenommen – in Otto Singers (vom Komponisten autorisierter) Bearbeitung für Klavier. Wo die Orchesterfassung mit einem Trauermarsch für eine einzelne Trompeten beginnt, schaffen Trenkner/Speidel mit wenigen Anschlägen eine Welt aus Wehmut.

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